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Rassismus-Vorfall überschattet Regionalliga-Spiel in Bayern

Nach dem 2:2 zwischen dem FC Memmingen und der SpVgg Ansbach vom vergangenen Freitagabend steht ein schwerwiegender Vorwurf im Raum: Ein Ansbacher Spieler soll von einem Zuschauer mit rassistischen Affenlauten beleidigt worden sein.

Die SpVgg Ansbach spricht von einem „inakzeptablen und zutiefst beschämenden Verhalten“ und kündigte an, alle rechtlichen Schritte einzuleiten. Auch der FC Memmingen bestätigte, dass der Schiedsrichter über den Vorfall informiert wurde – dieser wurde laut Verein im Spielbericht vermerkt.

Beide Clubs und die zuständigen Verbände wollen den Fall nun aufklären.

 

Quelle: Pressemitteilung Kicker

FC Memmingen – SpVgg Ansbach 2:2 (0:0)

Memmingen (ass).
Wer bei Regionalliga-Heimspielen des FC Memmingen früher nach Hause geht, verpasst etwas. Mit einer Wahnsinns-Schlussphase wurde gegen die SpVgg Ansbach noch einen Zwei-Tore-Rückstand wettgemacht. Die späten Treffer von David Günes und Jakob Gräser in den letzten fünf Minuten bescherten beim 2:2 (0:0) Unentschieden noch einen glücklichen Punkt. Die Gäste wiederum konnten eine starke Vorstellung nicht mit einem „Dreier“ krönen, blieben damit aber im siebten Spiel in Folge ungeschlagen.

„Wer uns kennt, weiß dass wir bis zum Ende daran glauben, egal wie’s steht“, lobte FCM-Trainer Matthias Günes wiederum die Moral seiner Truppe, auch wenn es über weite Strecken vor 625 Zuschauern so gar nicht rund lief. Die Mittelfranken traten mit ihrer Erfolgsserie im Rücken selbstbewusst, aggressiver und zielstrebiger auf. „Ansbach hat vor allem in der ersten Halbzeit das Spiel auf den Platz gebracht, das wir eigentlich selbst auf den Platz bringen wollten. Wir mussten viele brenzlige Situationen überstehen“, war der Memminger Trainer froh, nicht schon in der ersten Halbzeit in Rückstand geraten zu sein.

Bei den beiden Gegentreffern in der zweiten Hälfte half die FCM-Abwehr zwar kräftig mit, sowohl das 0:1 durch Niklas Seefried (51.) und das 0:2 durch … aus der Drehung ( ) waren aber auch technisch anspruchsvoll gemacht. Günes hatte dennoch das Gefühl, dass die Gäste irgendwann dem hohen Aufwand, den sie betrieben hatten, Tribut zollen mussten: „Auch haben unsere Jungs, die von der Bank kamen, nochmal richtig Energie reingebracht“. U19-Junior Luan Fusaro feierte angesichts einiger Ausfälle mit seiner Einwechslung in der … Minute sein Regionalliga-Debüt. Nach einem weiten Pass von Maximilian Dolinski legte der erst 17-jährige für David Günes zum Anschlusstreffer auf. (85.) Fusaro und Günes bereiteten auch den umjubelten Ausgleich von Kapitän Gräser vor (90.). In der Nachspielzeit wollte Torhüter Dominik Dewein noch mehr und schickte seine Vorderleute mit weiten Abschlägen auf die Reise. Aber der Siegtreffer wäre an diesem Abend wohl zu viel des Guten gewesen.
Ansbachs junger Trainer Niklas Reutelhuber (26) kriegte sich nach dem Abpfiff gar nicht ein, tigerte noch eine Viertelstunde nach Abpfiff über den Platz, ging nicht zur obligatorischen Pressekonferenz und ließ sich bei BFV.TV nur einen Satz entlocken: „Wenn man ein Fußballspiel in der Regionalliga Bayern gewinnen will, muss man 90 Minuten Vollgas gaben und 90 Minuten performen und wenn man nur 85 Minuten performt, reicht’s net“.

Unschön ließ sich ein Vermerk im Spielbericht: Die Ansbacher ließen Schiedsrichter Lothar Ostheimer vermerken, dass kurz vor Schluss der Spieler Noah Gebre laut Teammanager Stefan Dehm von einem Memminger Zuschauer hinter der Bank durch Affenlaute rassistisch beleidigt worden sei. Das Schiedsrichtergespann und Ordnungspersonal hatten den Vorfall selbst nicht wahrgenommen.
Positiv bleibt aus Memminger Sicht festzuhalten: Der Aufsteiger hat nach 13 Spieltagen 20 Punkte auf dem Konto. Und auch wenn in den letzten fünf Heimspielen „nur“ sieben Punkte geholt wurden, blieb die Mannschaft in diesen fünf Partien daheim immerhin ungeschlagen. Die beiden nächsten Aufgaben am kommenden Freitag beim Tabellenvierten Wacker Burghausen und am 25. Oktober zuhause gegen Spitzenreiter SpVgg Unterhaching haben es in sich.

FC Memmingen: Dewein – Dolinski, Gräser, Bauer, Barbera – Lutz, Schmidt, Bergmann (67. Mihajlovic) – Maier (63. Yel), D. Günes (90. + 2 Leyla), Nollenberger (81. Fusaro).

SpVgg Ansbach: Schiefer – Rhani (61. Oberseider), Dietrich (C), Seefried (85. Abadjiew), Kroiß, Ücüncü (67. Müller), Puscher, Weeger, Angermeier (77. Althaus), Hayer (59. Gebre), Manz.

Tore: 0:1 (51.) Seefried, 0:2 (60.) Kroiß, 1:2 (86.) D. Günes, 2:2 (90.) Gräser. – Schiedsrichter: Ostheimer (TSV Sulzberg). – Gelbe Karten: Dolinski, Schmidt / Rhani. – Zuschauer: 625.

Quelle: Pressemitteilung FC Memmingen

Das Kollektiv soll es auch gegen Ansbach wieder richten

Memmingen (ass).
Klassische Mittelstürmer sind quer durch alle Fußballklassen mittlerweile rar gesät. Auch Regionalligist FC Memmingen (7. Platz / 19 Punkte) hat das Problem, aktuell keinen typischen Torjäger in seinen Reihen zu haben. Mit Philipp Kirsamer fällt eine im Sommer verpflichtete Offensivhoffnung noch längere Zeit aus. Auf die Ausfallliste gesellt sich nun auch nun Nachwuchstalent Fabian Kroh (19 Jahre), ebenfalls Position Mittelstürmer. Wenn am Freitagabend (19 Uhr) gegen die SpVgg Ansbach (9. Platz / 15 Punkte) in der Arena an der Bodenseestraße noch einmal unter Flutlicht gespielt wird, müssen also wieder andere Lösungen auf dem Weg zum Tor gefunden werden. Trainer-Neffe David Günes wurde für diese Position schon seit einiger Zeit „umfunktioniert“. Der 19-jährige erzielte in dieser Position heuer schon drei Treffer. Gefährlich sind die Memminger auch immer wieder über die schnellen Außenleute Nico Nollenberger (4 Tore) und Pascal Maier (1 Tor).

In den Wochen vor der knappen 0:1 Niederlage beim Meisterschafts-Mitfavoriten Würzburger Kickers am vergangenen Wochenende, gab es eine Reihe Spieler, die erstmals in der Regionalliga einnetzten: Marcello Barbera mit seinem Blitztreffer nach seiner Einwechslung beim 1:1 gegen Fürth II, Timo Schmidt beim 1:1 gegen Bayreuth, Kroh beim 3:1 Erfolg bei Schwaben Augsburg und Luis Vetter beim 3:2 Derbysieg gegen Illertissen.

Vom aktuell zur Verfügung stehenden Stamm stehen damit – abgesehen von Torhüter Dominik Dewein – nur noch Michael Bergmann und Maximilian Dolinski als Premieren-Torschützen aus. Ob es für einen der beiden gegen Ansbach klappt? „Dolli ist mit seiner Position natürlich nicht so in den Torraumszenen, sondern eher der Mann für den vorletzten Ball“, merkt Trainer Matthias Günes an, dass der Außenverteidiger nicht nur hinten abräumt, sondern auch schon das eine oder andere Mal mit seinen wuchtigen Flanken an Treffern beteiligt war oder zumindest für gefährliche Situationen sorgte.

„Inhaltlich haben wir uns schon wieder was überlegt, wo wir Ansbach wehtun könnten“, lässt sich Günes vorab noch nicht wirklich in die Karten schauen. Klar scheint: Das Kollektiv soll es wieder lösen. Ähnlich strukturiert ist übrigens auch der Gegner. Die bislang 23 erzielten Ansbacher Treffer verteilen sich auf zehn verschiedene Spieler. Weil die seit sechs Spieltagen ungeschlagenen Mittelfranken auch schon 23 Gegentore schlucken mussten, rechnet Günes vor dem Auftakt des Memminger Jahrmarkts, dass es eine „wilde Fahrt mit offenem Visier“ geben könnte.

Die Verletztenliste des FCM ist zuletzt mit Kroh und Kim Paschek weiter angewachsen. Schmidt und Vetter kränkelten diese Woche, deshalb werden Mike Gerhardt aus der U21-Mannschaft und Luan Fusaro aus den U19-Junioren in den Kader rücken. „Wir erwarten jedenfalls einen Gegner, der sich in einer Superphase befindet“ merkt Günes an. Respekt vor dem Gegner hat auch Ansbachs junger Trainer Niklas Reutelhuber: „Überraschungs-Aufsteiger Memmingen steht zurecht mit 19 Punkten auf Platz sieben“. Beide Clubs haben das Ziel, sich in der oberen Tabellenhälfte festzusetzen und den Abstand nach unten weiter auszubauen.

Quelle: Pressemitteilung FC Memmingen